Integration von Kindern und Jugendlichen aller sozialen Schichten

mit körperlicher und /oder geistiger Behinderung

Integration von Kindern und Jugendlichen aller sozialen Schichten mit körperlicher und /oder geistiger Behinderung - diesem Ziel widmet sich seit Jahren der KJRFV Zehlendorf, ein Reitverein der besonderen Art, bei dem nicht die dicke Brieftasche des Vaters eine Rolle spielt und wo keine Zwei-Klassen-Gesellschaft existiert.

Unter einfachen Verhältnissen werden 112 Vereinspferde und Ponys in Offenställen nahe der Clauertstraße im Südwesten Berlins unterhalten, wobei Eigeninitiative und Selbsthilfe groß geschrieben wird. Dabei lernen die Heranwachsenden nicht nur den Umgang mit Tieren und eine Verantwortung zu übernehmen, in dem sie die Pferde versorgen und putzen, auf- und absatteln, sondern sich in einer Gemeinschaft mit Gleichgesinnten zu beschäftigen. Innovation sind hier in der Praxis umgesetzte Beispiele.

"Wir haben inzwischen unsere Kurse verdoppelt, bieten sie für Anfänger und Fortgeschrittene an", erklärt Glinda Spreen, 1. Vorsitzende des Vereins. "Wir haben unsere Kooperationen erweitert." Mit dem Sportclub Lebenshilfe, der Cecilienschule in Wilmersdorf, der Biesalski-Schule am Hüttenweg, die vornehmlich von körperlich- und lernbehinderten Kindern besucht wird, und mit der Kita Fliegenpilz. Und das alles nur mit ehrenamtlichen Personal.

Weil von 420 Mitgliedern des KJRFV nur neun Prozent Erwachsene sind, lässt sich leicht vorstellen, dass stets Ebbe in der Kasse ist. Die Beiträge decken nicht die Kosten. Der Verein lebt größtenteils von Spenden. "Wir bräuchten unbedingt einen winterfesten Reitboden", so Glinda Spreen, die kaum noch zu hoffen wagt, dass es eines Tages mit der geplanten Halle klappt, zu der auch ein Aufenthaltsraum für die Kinder, die eine abgeschlossene Futter- und beheizbare Sattelkammer gehören sollten. "Jede finanzielle Unterstützung ist uns willkommen, auch die, die wir von der DKLB für den ersten Platz im Innovationspreis 2009 erhalten haben."

Die Kinder kommen nicht selten auf die Anlage, nur um ihre Lieblinge pflegen zu dürfen. Sie gehen mit ihnen grasen und auf einem der drei zur Verfügung gestellten Grundstücke, können die Pferde aber auch zu Lehrgängen und Wettkämpfen mitnehmen.